Zufrieden und produktiv im Homeoffice? Erste Umfrageergebnisse sind positiv

Die Arbeit im Homeoffice ist derzeit durch die Pandemie bedingt eine völlig neue Arbeitssituation für viele Beschäftigte. Wie wird die Arbeit im Homeoffice erlebt und was ist zu verbessern? Welche Auswirkungen wird die Homeoffice-Erfahrung auf die zukünftige Gestaltung der Arbeitsplätze haben. All diesen Fragen ist eine Ad-hoc-Studie der TH Köln nachgegangen und hat die aktuelle Home-Office-Situation branchenübergreifend untersucht und daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen abgeleitet.

Zufrieden und produktiv im Homeoffice, © Beate Noeke

Ebenfalls überwiegend zufrieden sind die 1260 Befragten, die bei einer Umfrage des Fraunhofer FIT zum Thema Homeoffice im April 2020 befragt wurden. Die Befragten waren in Forschung und Entwicklung (48 Prozent) sowie IT, Telekommunikation und Medien (27 Prozent) tätig. Weitere Branchen: Dienstleistungsbranche (6 Prozent); Produzierendes/Verarbeitendes Gewerbe (4 Prozent); Finanzen und Versicherung (4 Prozent); Erziehung und Unterricht (4 Prozent).

Zusammengefasst zeigt diese Auswertung, dass 79 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer zufrieden im Homeoffice sind. Allerdings empfinden 34 Prozent der Frauen Produktivitätseinbußen im Homeoffice, gegenüber nur 20 Prozent der Männer. Hier ist das familiäre Umfeld entscheidend und ob sich Kinder unter 12 Jahren im Haushalt befinden.

Fazit:

Eine als erfolgreich empfundene Leistungserbringung ist für die Zufriedenheit im Homeoffice ausschlaggebender als die soziale Nähe zu den Kolleginnen und Kollegen.

Über 80 Prozent der Befragten insgesamt sind zufrieden im Homeoffice, obwohl sozialer und professioneller Austausch, Unterstützung sowie Verbundenheit im Team als eher schlecht bewertet werden.

Hierbei zeigt sich, dass die reibungslose aufgabenbezogene Kommunikation einen stärkeren Zusammenhang mit der Zufriedenheit aufweist, als die informelle Kollegenkommunikation und das Gefühl von Teamgeist.

Tägliche Arbeitsroutinen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders wichtig

Eine gute technische Ausstattung, regelmäßige Team-Meetings, eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben und geeignete Räumlichkeiten tragen zur Aufrechterhaltung täglicher Arbeitsroutinen (im Team und individuell) bei.

Hier besteht ein klarer Zusammenhang mit der Arbeitszufriedenheit im Homeoffice. Um die technische Ausstattung gut in Betrieb nehmen und nutzen zu können, ist der unterstützende Beitrag des Arbeitgebers besonders wichtig.

Jedoch erschweren zu viele verschiedene technische Medien die Kommunikation untereinander. Zudem können virtuelle Lösungen das Menschliche nicht ersetzen. Die fehlende physische Nähe im Homeoffice beeinträchtigt tägliche Arbeitsroutinen, individuell und auch im Team. Insgesamt wird im Homeoffice deutlich weniger miteinander kommuniziert.

Produktivität wird sehr positiv gesehen

Die eigene Produktivität im Homeoffice wird insgesamt als etwas höher eingeschätzt. Knapp 40 Prozent der Befragten fühlen sich bedeutsam produktiver als bei der Arbeit vor Ort. Knapp 15 Prozent schätzen ihre Produktivität sogar als wesentlich höher ein.

Dagegen führt die Einschätzung der Produktivität im Team zu geteilten Meinungen. Während die Hälfte der Teilnehmenden die Produktivität als gleich hoch betrachtet, verteilt sich die andere Hälfte auf höhere und niedrigere Einschätzungen (jeweils etwa 25 Prozent).

Ausschlaggebend für die unterschiedlichen Produktivitätseinschätzungen scheinen auf Basis der vorliegenden Daten die Erreichbarkeit der Kolleginnen und Kollegen sowie die technische Ausstattung zu sein. Dazu kommen das Geschlecht und das Vorhandensein von Kindern unter 12 Jahren.

Wer zahlt, wenn Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten?

Im Zuge des Corona-Lockdowns haben viele Arbeitgeber die Arbeit im Homeoffice angeordnet. Das wirft steuerrechtliche Fragen auf. Daher sollten Unternehmer und auch Mitarbeiter sich mit den Konsequenzen vertraut machen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu steuerlichen Aspekten im Homeoffice in Corona-Zeiten habe ich hier für Sie zusammengetragen.

Aspekte des Arbeitens von zuhause, wordcloud erstellt von Beate Noeke©
Können Arbeitgeber ihre Mitarbeiter verpflichten, im Homeoffice zu arbeiten?

Unter normalen Umständen können Mitarbeiter vom Arbeitgeber nicht ohne weiteres ins Homeoffice geschickt werden. Doch durch die aktuelle Corona-Pandemie ändern sich auch die Umstände, d.h. der Arbeitgeber muss seiner Fürsorgepflicht nachkommen und dafür sorgen, dass die staatlich auferlegten Vorgaben während der Arbeit eingehalten und umgesetzt werden. Es soll – wenn möglich – im Homeoffice gearbeitet werden. Und auch Arbeitnehmer müssen in der derzeitigen Pandemie-Situation der Anweisung folgen, im Homeoffice zu arbeiten, sofern keine speziellen Umstände dagegen sprechen.

Welche Ausstattung muss der Arbeitgeber dem Mitarbeiter bereitstellen für das Arbeiten im Homeoffice?

Der Arbeitgeber hat die Arbeitnehmer mit den für die Arbeit benötigten Geräten und Materialien auszurüsten. Hierzu zählt auch die Ausstattung für das Homeoffice, sofern dieses angeordnet wird.

Muss der Arbeitgeber die Telearbeitsplätze der Mitarbeiter auf seine Kosten mit entsprechendem Mobiliar ausstatten?

Hierzu gibt das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein Westfalen die folgende Antwort:

Mit der aktuellen Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) wurden die Inhalte der bisherigen Bildschirmarbeitsverordnung in die ArbStättV integriert. Die Frage bezieht sich auf die Definition für Telearbeitsplätze im § 2 Abs.7 ArbStättV:

Telearbeitsplätze sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit den Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat.

Ein Telearbeitsplatz ist vom Arbeitgeber erst dann eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt haben und die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des Beschäftigten bereitgestellt und installiert ist.“

Diesbzgl.sind grundsätzlich zwei Sachverhalte zu unterscheiden:

Erstens – der Arbeitgeber möchte in seiner Unternehmung Telearbeit aus betriebswirtschaftlichen Gründen einführen und die Beschäftigten sollen an der Telearbeit teilnehmen.

In diesem Fall hat der Arbeitgeber den Telearbeitsplatz umfänglich nach den Anforderungen an die Bildschirmarbeit, auch mit dem erforderlichen Mobiliar, auszustatten, sofern der Arbeitnehmer nicht darüber verfügt bzw. diese nicht bereitstellen möchte. Des Weiteren ist die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung durchzuführen, sowie eine vertragliche Vereinbarung zur Überprüfung der Umsetzung der Arbeitsschutzanforderungen zu schließen.

Im zweiten Fall bietet der Arbeitgeber die Möglichkeit zur Telearbeit an. Grundsätzlich steht ein regulärer Arbeitsplatz im Betrieb für die Beschäftigten zur Ableistung ihrer Arbeit zur Verfügung.

In diesem Fall kann der Arbeitgeber an die Teilnahme der Telearbeit Bedingungen knüpfen. Hierzu zählen beispielsweise, dass ein Beschäftigter über entsprechendes Mobiliar verfügt bzw. dieses zur Verfügung gestellt wird, der Arbeitgeber bzw. eine durch ihn beauftragte Person eine Überprüfung des Telearbeitsplatzes hinsichtlich der Gefährdungsbeurteilung durchführen darf, die Arbeitszeiten geregelt werden und die Unterweisung umgesetzt wird. Die Anforderungen des Anhangs 6 ArbStättV an die Bildschirmarbeit sind entsprechend zu berücksichtigen.

Auch bei der Einrichtung eines Teleheimarbeitsplatzes ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass der Arbeitgeber Kosten für Maßnahmen nach dem Arbeitsschutzgesetz – ArbSchG nicht den Beschäftigten auferlegen darf (§ 3 Abs.3 ArbSchG).

Steht geeignete „benötigte“ private Ausstattung des Beschäftigten für die Telearbeit zur Verfügung, kann der Beschäftigte im Rahmen der zu treffenden Vereinbarung für deren dienstliche Nutzung während der Telearbeit zustimmen – er muss aber nicht.

Stimmt er nicht zu, hat der Arbeitgeber die Ausstattung für den Telearbeitsplatz zur Verfügung zu stellen und auch die Kosten dafür zu übernehmen.

Kommt es grundsätzlich zu keiner einvernehmlichen Lösung (arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer (Betriebs-) Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten), kann auch keine Telearbeit durchgeführt werden (§2 Abs. 7 Satz 2 ArbStättV).

Es besteht nach ArbStättV weder vom Arbeitgeber noch vom Beschäftigten eine Pflicht oder ein Anspruch auf Telearbeit.

Wer zahlt? Aspekte der steuerlichen Behandlung rund um das Homeoffice

Von meinem Steuerberater sowie vom Bundesfinanzministerium gibt es die folgenden Informationen:

1. Der Arbeitgeber tätigt die Investitionen und trägt andere laufende Aufwendungen. Der Arbeitgeber wird dadurch Eigentümer der Sachen.

Für das Homeoffice gelten keine besonderen Regeln. Alle Aufwendungen sind betrieblich (beim Arbeitgeber) veranlasst. Die Kosten sind nach den jeweiligen Regeln für die erworbenen Gegenstände und Leistungen beim Arbeitgeber in dessen Betrieb steuerlich abzugsfähig. Die Kosten sind entweder sofort abzugsfähig oder sie sind bei Investitionen (z.B. Computer) über die mutmaßliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Der Unternehmer (Arbeitgeber) benötigt eine auf ihn lautende Eingangsrechnung mit offen ausgewiesener Mehrwertsteuer. Beim Arbeitnehmer ergeben sich keine steuerlich relevanten Auswirkungen.

2. Der Arbeitnehmer tätigt die Investitionen und trägt andere laufende Aufwendungen. Der Arbeitnehmer wird dadurch Eigentümer der Sachen.

Auch hier gelten keine besonderen Regeln. Der Arbeitgeber kann alle Kosten steuerlich als Werbungskosten geltend machen; – entweder direkt oder bei Gegenständen, die über mehrere Jahre genutzt werden und € 800 Anschaffungskosten übersteigen als Abschreibungen über die mutmaßliche Nutzungsdauer. Die Rechnung muss auf den Arbeitnehmer lauten. Die Aufwendungen sind dann als Werbungskosten absetzbar, wenn sie geeignet sind, die Einnahmen aus nichtselbständiger Tätigkeit zu erwerben, zu sichern und zu erhalten (§ 9 EStG). Aufwendungen für die private Lebensführung sind nicht abzugsfähig.

Die wichtigsten steuerlichen Fragen hat das Bundesfinanzministerium in dem Dokument „FAQ Corona“ veröffentlicht. Auf 28 Seiten werden ausführliche Hinweise gegeben, beispielsweise zu steuerfreien Beihilfen und Unterstützungen für Arbeitnehmer bis zu 1.500 Euro, Stundung und Erlass von Steuern, Lohnsteuern bei Kurzarbeit und verfahrensrechtliche Hinweise zu Steuererleichterungen. Die FAQ finden Sie auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Gesund aus der Krise heraus kommen – 100% geförderte Unternehmensberatung in Zeiten von Corona

Aufgrund der großen Nachfrage sind die für dieses spezielle Fördermodul vorgesehenen Mittel bereits ausgeschöpft, es können auch keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die Förderung aus dem Corona-Sondermodul wurde deshalb vorzeitig eingestellt. (Quelle: Pressemitteilung vom 26.05.2020, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, https://www.bafa.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Wirtschafts_Mittelstandsfoerderung/2020_10_unb.html )

Die anderen Module zur Förderung unternehmerischen Know-hows ermöglichen weiterhin geförderte Beratungen zu günstigen Konditionen.

In diesem Blog-Beitrag finden Sie Informationen sowie ein Interview mit Frau Kathleen Rüssmann von der Förderungsgesellschaft des BDS zu den häufig gestellten Fragen im Rahmen einer BAFA-Förderung in Corona-Zeiten .

Am 3. April 2020 ist eine modifizierte Richtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows für Corona-betroffene Unternehmen in Kraft getreten.

Beratungen können seither mit einem Zuschuss in Höhe von 100% gefördert werden. Die Ergänzungen zur bestehenden Richtlinie sind im Bundesanzeiger unter Fundstelle BAnz AT 02.04.2020 B5.

Angeboten werden kann dies von speziell zugelassenen BAFA-Beratern, zu denen ich gehöre. Mein Ziel ist es, Ihr Unternehmen transparent und unabhängig zu beraten und Sie und Ihre Mitarbeiter dabei zu unterstützen, gesund aus der Krise heraus zu kommen. Im Rahmen der Beratung werden folgende Leistungen erbracht:

  • Betreuung beim BAFA-Antragsverfahren
  • Aktuelle Analyse der Ist-Situation
  • Entwicklung von Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für gesundes Arbeiten im Homeoffice
  • Strategische Maßnahmen
  • Mitarbeiterbindung
  • Beratungsbericht

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

BAFA 100% Förderung, unternehmerisches know how
Leidet Ihr Unternehmen unter den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus? Prüfen Sie jetzt, ob auch Sie vom BAFA-Förderprogramm profitieren können. © Beate Noeke

Ab sofort können Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler einen BAFA-Antrag für Beratungen stellen. Die betroffenen Unternehmen erhalten einen Zuschuss in Höhe von 100 %, maximal jedoch 4.000 Euro, der in Rechnung gestellten Beratungskosten (Vollfinanzierung).

Vereinfachte Abwicklung

Der Zuschuss wird vom BAFA als Bewilligungsbehörde direkt auf das Konto des Beratungsunternehmens ausgezahlt.

Die Kontoverbindung ist im Verwendungsnachweis einzutragen und muss mit der in der Beraterrechnung anzugebenden Kontoverbindung übereinstimmen.

Aufgrund der 100 %-Förderung werden die antragsberechtigten Unternehmen von einer Vorfinanzierung der Beratungskosten entlastet.

Die in Rechnung zu stellende Umsatzsteuer wird nicht bezuschusst und ist wie auch über die 4.000 Euro hinausgehenden Rechnungsbeträge vom Unternehmen zu tragen.

Vorherige Informationsgespräche mit einem regionalen Ansprechpartner sind vor der Antragstellung nicht erforderlich.

Anträge können bis zum 31.12.2020 gestellt werden.

Zu dieser neuen Förderrichtlinie und den Möglichkeiten, die sich daraus für das Betriebliche Gesundheitsmanagement ergeben, habe ich mit Frau Rüßmann von der Förderungsgesellschaft des BDS-DGV mbH gesprochen.

bgm21: Wie ist das Prozedere für Unternehmen, die eine 100%-Förderung beim BAFA beantragen möchten?

Frau Rüßmann: Das Vorgehen ist wie folgt:

  1. Der Förderantrag wird auf der folgenden Website https://fms.bafa.de/BafaFrame/unternehmensberatung vom Unternehmer (oder auf Wunsch des Unternehmers auch vom Berater) online ausgefüllt und abgeschickt.
  2. Der Antragsteller erhält innerhalb einiger Tage eine Benachrichtigung / Bewilligung von der BAFA zur Durchführung der Beratung.
  3. Der Berater führt die Beratung durch und schickt seine Rechnung an den Kunden.
  4. Der Kunde lädt die Unterlagen auf der BAFA-Website hoch (Rechnung, Bericht, EU-KMU-Erklärung).
  5. Die BAFA zahlt das Honorar direkt an den Berater.
  6. Der Kunde zahlt die Umsatzsteuer direkt an den Berater.

bgm21: Wie kann / muss bei einer Beratung im Themenfeld BGM der Unternehmer / Freiberufler nachweisen, dass das Unternehmen von Corona betroffen ist?

Bei der Antragstellung muss eine kurze Erklärung hochgeladen werden, welche wirtschaftlichen Probleme man durch die Corona-Krise hat. Beispiele hierfür sind die Schließung des Betriebes, Umsatzeinbrüche, fehlendes Personal, Kurzarbeit, stornierte Aufträge, wegbleibende Laufkundschaft

bgm21: Welche Nachweise müssen erbracht werden? Gibt es hierfür ein Formular?

Frau Rüßmann: Ein Nachweis ist dafür nicht erforderlich, es reicht eine Erklärung des Antragstellers.

bgm21: Was muss der Antragsteller bei den Formularen zum Antrags-. und Verwendungsnachweis beachten?

Frau Rüßmann: Die Antragstellung erfolgt online, und in der ersten Stufe muss außer dem Formular und der Corona-Erklärung nichts hochgeladen werden. Erst wenn man die schriftliche Erlaubnis zur Beratung in den Händen hält, darf der Beratungsauftrag erteilt und die Beratung durchgeführt werden. Spätestens 6 Monate nach dem Erhalt der Erlaubnis muss die Beratung abgeschlossen sein, und die Unterlagen müssen online eingereicht werden.

bgm21: Die Beratung muss sich auf die durch die Corona-Krise hervorgerufenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten beziehen. Welche Beratungsthemen sind im Kontext des BGM hier zu 100% förderfähig?

Frau Rüßmann: Die Mitarbeiter vieler Unternehmen sind durch die Corona-Krise gezwungen, im Homeoffice zu arbeiten. Das Unternehmen muss dafür sorgen, dass die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Beratungen, die dazu dienen, dass die Mitarbeiter entsprechende Homeoffice-Arbeitsplätze haben, können in diesem Zusammenhang gefördert werden.

Homeoffice Arbeitsplatz
Arbeiten im Homeoffice, © Beate Noeke

bgm21: Können die Beratungen auch virtuell stattfinden (per Video)? Was ist dabei zu beachten? Welche besonderen Nachweise müssen dabei erbracht werden?

Frau Rüßmann: Die Beratung muss nicht vor Ort beim Antragsteller stattfinden, sondern kann auch virtuell stattfinden (per Telefon, Mail, Videokonferenz, …).

Wichtig ist, dass nur konzeptionelle Beratungen gefördert werden. Die konkreten Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf den Antragsteller und insbesondere die dagegen zu ergreifenden Maßnahmen und Handlungsempfehlungen sind vom Beratungsunternehmen in einem Beratungsbericht nachvollziehbar darzustellen.

bgm21: Wie lange dauert es nach der Einreichung des Antrags bis zur Bewilligung?

Frau Rüßmann: Das ist von Leitstelle zu Leitstelle unterschiedlich, da kann ich nur für unsere Leitstelle sprechen (Förderungsgesellschaft des BDS-DGV mbH). Der Erstantrag wird innerhalb weniger Tage bearbeitet. Beim Verwendungsnachweis haben wir im Moment Bearbeitungszeiten von ca. 7 Werktagen, aber das kann sich in der nächsten Zeit ändern, weil im Moment sehr viele Anträge eingereicht werden.

bgm21: Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich Fragen oder Probleme bei der Antragstellung habe?

Frau Rüßmann: Beim Erstantrag muss man sich entscheiden, über welche Leitstelle der Antrag eingereicht wird, und diese Leitstelle prüft den Antrag bis zum Ende. Wenn Sie die Förderungsgesellschaft des BDS-DGV mbH auswählen, dann können Sie sich jederzeit telefonisch oder per Mail an uns wenden. Wir helfen Ihnen gerne.

bgm21: Frau Rüßmann, vielen herzlichen Dank für das Gespräch und die hilfreichen Informationen zu der modifizierten BAFA-Förderrichtlinie.

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

als zertifizierte BAFA-Beraterin berate ich Sie gern zu den hier vorgestellten Fördermöglichkeiten und wie Sie diese für das Betriebliche Gesundheitsmanagement nutzen können.

Selbstverständlich behandele ich Ihre Daten absolut vertraulich.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüße und bleiben Sie gesund,

Beate Noeke

Ist Humor „systemrelevant“?

Manches lässt sich nur mit Humor ertragen, das wird in diesen Corona-Zeiten deutlich spürbar. Deshalb möchte ich jetzt ein wenig Humor mit Ihnen teilen und habe hierzu den Karikaturisten und Illustrator Peter Menne um ein Interview und eine Karikatur gebeten. Zusammen mit einigen westfälischen Autoren bietet er seit kurzem einen „Kultur per Lieferservice“ für alle, die gern ein wenig Leichtigkeit in Ihr Leben bringen möchten. Herzlichen Dank dafür!!!

Viel Freude damit und bleiben Sie gesund,

Beate Noeke

© Peter Menne, Wer war das?
Wer war das? © Peter Menne

bgm21: Herr Menne, bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor.

Peter Menne: Geboren wurde ich 1962 ohne größeres Dazutun als Westfale. Aufgewachsen in Delbrück bei Paderborn habe ich das Leben in einer Kleinstadt mit all seinen Vor- und Nachteilen kennengelernt.

bgm21: Wie sind Sie zum Zeichnen gekommen?

Peter Menne: Meine berufliche Laufbahn begann im Aktzeichensaal der FH Bielefeld, wo ich es verstand, mit Bleistift und Feder jedes Topmodel in eine Karikatur zu verwandeln. Des Studierens nicht müde zog es mich 1991 nach Berlin. An der Kunsthochschule Berlin-Weißensee lernte ich, mit dem Pinsel umzugehen.

Doch meine alte Heimat OWL ließ mich nicht los: 1993 erhielt ich ein Stipendium des Landesverbandes Lippe und der Stadt Schieder-Schwalenberg. Und so pendel ich noch heute zwischen Ost und West – zwischen Potsdam, wo ich mich mit Frau, zwei Kindern, aber ohne Hund, häuslich niedergelassen habe, und OWL.

Durch meine Publikationen habe ich mir einen Namen als Karikaturist und westfälischer Milieuzeichner gemacht. Als Illustrator arbeite ich für zahlreiche Tageszeitungen, Fachmagazine, Buchverlage und Agenturen. In meinen Wimmelbildern beschreibe ich die sozialen Strukturen westfälischer Städte und Regionen. Mit meinem unverwechselbaren Zeichenstil beschreibe ich das örtliche Vereinswesen, genauso wie ich die wichtigsten Stadtfeste und kirchliche Traditionen zitiert. Gepflegte und gelebte historische Bräuche werden beschrieben, daneben wird auf touristische Attraktionen hingewiesen.

bgm21: Seit wann und warum bieten Sie den Service „Kultur per Lieferservice“ an?

Peter Menne: Zusammen mit einer größeren Anzahl westfälischer Autoren arbeite ich seit 3 Wochen an dem Projekt KulturPerLieferservice. Wir bringen zuverlässig nach Hause, was derzeit in der freien Wildbahn ähnlich schwer zu bekommen ist wie Klopapier: Virenfreie Unterhaltung. Für viele Menschen, die es gewohnt sind, in ihrer Freizeit Museen, Lesungen, Konzerte, Kinos, Kneipen und nicht zuletzt Fußballplätze aufzusuchen, ist ein „Coronawochenende“ schon mehr als befremdlich. Aber oft wird man gerade in Krisenzeiten besonders kreativ.

bgm21: Wie können Interessenten diesen Lieferservice bestellen?

Peter Menne: Per E-mail (peter@menne-illustration.de), Instagram und Facebook verschaffen wir uns einen alternativen Zugang in die privaten Räume der Kulturhungrigen. Zweimal wöchentlich bekommen sie so kostenlos Karikaturen und passende Texte (Satire, Kurzgedichte, Aphorismen, Kommentare, …) dazu. Das Projekt ist für uns ein Beitrag, in der aktuellen Situation kulturelles Leben in Deutschland nicht gänzlich einfrieren zu müssen. Anmeldungen unter mail an: peter@menne-illustration.de.

bgm21: Kann man mit Humor Krisen besser bewältigen?

Peter Menne: Sicherlich kann man Krisen nicht allein mit Humor bewältigen. Humor kann aber hilfreich sein, besser mit ihnen umzugehen.

bgm21: Leiden Sie selbst unter der Corona-Krise und wie gehen Sie selbst damit um? Hilft Ihnen die Kunst, bei den Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren gut durch den Tag zu kommen?

Peter Menne: Was ich vermisse ist das örtliche Schwimmbad, Spazieren gehen mit Nachbarn, Doppelkopf mit guten Freunden, und spätestens nach meiner selbst auferlegten Fastenzeit einen guten Wein beim Italiener. Als Illustrator habe ich ansonsten gut zu tun. Das aktuelle Projekt „KulturPerLieferservice“ hält mich zusätzlich auf Trab und lässt Corona vergessen.

bgm21: Gibt es in Südwestfalen einen ganz speziellen Humor? Wie gehen Sie selbst mit dem südwestfälischen Humor um (privat und in Ihrer Kunst)?

Peter Menne: Südwestfalen kenne ich nicht. Es gibt nur Ostwestfalen, und der Humor dort ist schon recht speziell. Lesen sie unsere Kulturbeiträge und Sie erfahren mehr.

bgm21: Was raten Sie allen, die jetzt im Homeoffice fest sitzen?

Peter Menne: Genießen Sie die kurzen Wege zum Arbeitsplatz und zur Küche. Freuen sie sich auf den nächsten Anruf, und besprechen Sie nach Möglichkeit nicht nur berufliche Fragen. Homeoffice kann auch ganz schön sein, ich mache das schon mein Leben lang.

bgm21: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was wünschen Sie sich für die aktuelle Pandemie-Situation?

Peter Menne:

1. weitergehend die Möglichkeit, in der Öffentlichkeit Sport zu treiben

2. Rücksichtnahme von allen Seiten

3. ein schnelles Ende der Pandemie

bgm21: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was wünschen Sie sich für die Zeit nach der Pandemie-Situation?

Peter Menne:

1. kulturelles Leben sollte bei uns schnell wieder hochgefahren werden

2. die Urlaubsbomber der Fluggesellschaften sollten für immer am Boden bleiben

3. Die Entschleunigung hatte schon etwas für sich. Wenn davon etwas bleiben würde, wäre das toll.

bgm21: Wie können Interessierte mit Ihnen Kontakt aufnehmen?

peter@menne-illustration.de

Wellness im Homeoffice – So arbeiten Sie auch zuhause gesund und motiviert

Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, haben Bundesregierung und Bundesländer weitreichende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung erlassen, die auch mit massiven Einschränkungen im Alltagsleben verbunden sind. Plötzlich, quasi über Nacht, wurde das Arbeiten im Homeoffice zur Selbstverständlichkeit.

Wellness im Homeoffice, ©Beate Noeke

Risiken für Homeoffice-Neulinge

Auch im Homeoffice sollten Sie sich Ihre Arbeitszufriedenheit erhalten und psychische Belastungen so gut wie möglich reduzieren und so für Wellness in den eigenen vier Wänden sorgen. Genau wie am Arbeitsplatz im Unternehmen hat sich auch im Home Office die Arbeitsintensität in den letzten Jahren erhöht. Es gibt immer neue Anforderungen und die Arbeitsverdichtung nimmt zu. Gerade für alle Homeoffice „Neulinge“ ist es besonders wichtig, von Anfang an für den Gesundheits-Aspekt sensibilisiert zu sein.

Mehr Erschöpfung beim Arbeiten von zu Hause

Zwar lassen sich Familie und Beruf im Homeoffice zum Teil besser vereinbaren. Die Arbeitszeit kann freier geplant und selbstständiger gestaltet werden; es gibt mehr Entscheidungsfreiraum und ein konzentrierteres Arbeiten ist – meistens – möglich.

Jedoch nehmen die psychischen Belastungen im Homeoffice oftmals zu und es kommt häufiger zu Erschöpfung.Studien zeigen, dass Wut, Verärgerung, Nervosität und Reizbarkeit häufiger im Homeoffice als am Arbeitsplatz im Unternehmen auftreten.

Das führt auch zu häufigeren Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen, da im Homeoffice oftmals die Grenze zwischen Job und Privatleben verschwimmt. Das führt zu kürzeren Erholungsphasen und es wird schwieriger, von der Arbeit „abzuschalten“.

Wie können Sie also zu Hause so arbeiten, dass Sie sich wohlfühlen und auch noch produktiv dabei sind? Unsere Tipps helfen Ihnen dabei.

  • Ein gut aufgeräumter, von privat genutzten Räumen getrennter, ergonomischer Arbeitsplatz, verbindliche Absprachen, eine Aufgabenliste sowie ein störungsfreies Arbeiten sind Erfolgsgaranten im Homeoffice.
  • Wenn Sie Stresssignale wahrnehmen, finden Sie immer wieder zurück zur „inneren Ruhe“ und legen Sie eine Pause ein, trainieren Sie Entspannungsmethoden und wenden Sie diese mit zunehmender Übung automatisch an. Es gibt auch für Ungeübte Entspannungstechniken, die leicht erlernbar sind (z.B. progressive Muskelentspannung). Auch hierzu gibt es im Internet viele Hinweise und Anregungen.
  • Wichtig sind eine Morgenroutine, feste Mittags- und Pausenzeiten ohne Computer, die Sie am besten außerhalb des Home Office verbringen.Bewegen Sie sich ausreichend. Gerade wenn Sie sich den ganzen Tag zu Hause aufhalten, ist ein Spaziergang sehr belebend und macht Ihren Kopf wieder frei. Täglich 30 bis 45 Minuten Bewegung sind optimal.
  • Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz rückenschonend. Beugen Sie Kopf-, Schulter- und Nackenschmerzen vor, indem Sie regelmäßig Lockerungsübungen machen, sich bewegen und ggf. einen Dokumentenhalter zwischen den Bildschirm und die Tastatur legen. Das ist hilfreich, wenn Sie häufig Dokumente neben dem PC einsehen und daher den Kopf häufig zur Seite neigen. Das führt oft zu Verspannungen, denen Sie gut vorbeugen können.
  • Trinken Sie 2 bis 3 Liter Wasser oder andere, ungesüßte und nichtalkoholische Getränke pro Tag.Kurze Schlafpausen im Homeoffice können erfrischend sein, wenn Sie nicht länger als 15 Minuten dauern. Das steigert Ihr Wohlbefinden und die Leistung.
  • Bei Unklarheiten oder Fragen, tauschen Sie sich direkt und regelmäßig mit Kollegen/innen und Mitarbeitern/innen aus, ggf. können Sie Meetings virtuell durchführen und Video-Calls dazu nutzen. Das schafft ein Gefühl der Nähe und auch eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Leben Sie auch im Homeoffice eine gute Unternehmenskultur.
  • Bei Konflikten und Frustrationen sprechen Sie diese offen an, auch wenn der Gedanke daran Unbehagen hervorruft. Klären Sie Auseinandersetzungen durch offene Gespräche, ggf. mit Hilfe eines Mediators.
  • Seien Sie kollegial und leisten Sie Unterstützung, wenn andere einen Fehler begangnen haben. Sie machen so den ersten Schritt zu einer besseren Organisationskultur und sind mit sich selbst im Reinen
  • Halten Sie sich den Feierabend frei für Ihr Privatleben und schalten Sie den Laptop und das Firmenhandy am Abend aus.Genießen Sie Ihre Freizeit, gehen Sie Ihren Hobbies nach und pflegen Sie Rituale, wie z.B. täglich 10 bis 15 Minuten ganz bewusst den Tag resümieren.
  • Seien Sie kritisch, denn es sind viele Falschinformationen im Umlauf. Informieren Sie sich bei vertrauenswürdigen Quellen, z.B. auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de). Auch das Bundesgesundheitsministerium, die Landesministerien und die Gesundheitsämter stellen gesicherte Informationen bereit. Seriöse Ansprechperson ist natürlich auch Ihr Hausarzt/Ihre Hausärztin.

    Bleiben Sie gesund und motiviert!

Betriebliche Gesundheit in Zeiten des Coronavirus

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) wird durch die COVID-19-Pandemie stark beeinträchtigt, denn derzeit werden betriebliche Ressourcen anderweitig genutzt. Dennoch hat die Gesundheit der Mitarbeiter für Unternehmen die höchste Priorität.

Auch sollten inzwischen spezielle Regeln zu Dienstreisen, zu Home-Office-Lösungen und Verhaltensregeln am Arbeitsplatz festgesetzt, dokumentiert und kommuniziert worden sein. Darüberhinaus sind Hygiene-Maßnahmen im Betrieb Pflicht.

Da viele Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, sind neue Arbeitsstrukturen erforderlich und der Alltag muss zuhause neu organisiert werden. Mögliche Folgen können soziale Isolation durch fehlende berufliche Kontakte sein, eine Überforderung durch neue digitale Tools sowie ein Mangel an Bewegung und Stress.

Viele hilfreiche Tipps zur Gestaltung gesunder und produktiver Arbeit im Homeoffice finden Sie auf der Website des Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Hilfreiche Informationen für die betriebliche Pandemie-Planung finden Sie z.B. auf der IHK Website.

Aktueller Status Quo des BGM

Bedingt durch die Pandemie finden gesundheitsförderliche Präsenzveranstaltungen, im Betrieb, wie Gesundheitstage, Workshops und Gesundheitsscreenings, nicht mehr statt. Zudem sind die zuständigen BGM-Verantwortlichen – je nach Branche – nicht mehr im Betrieb anzutreffen, da sie im Homeoffice arbeiten oder auch in Kurzarbeit sind.

Dennoch ist es gerade jetzt für Unternehmen sehr wichtig, die Mitarbeiter zu unterstützen, gesund zu bleiben, denn die Gesundheit der Beschäftigten ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die körperliche und psychische Gesundheit stärkt die Resiienz und das Immunsystem – davon profitieren Unternehmen und Mitarbeiter.

Gesund im Homeoffice mit digitalem BGM
Gesund im Homeoffice mit digitalem BGM

Hier ist insbesondere die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) eine Möglichkeit, auch während der Pandemie das Gesundheitsmanagement aufrecht zu erhalten. Finanziert werden kann dies zum Teil mithilfe des Präventionsgesetzes.

Doch welche Angebote können genutzt werden bei geschlossenen Fitnessstudios und Sportvereinen? Viele Studios bieten Ihren Mitgliedern nun auch online spezielle Kurse und auch Betreuung durch die Trainer an und halten so auch in Krisenzeiten den Kontakt zu Ihren Mitgliedern. Darüberhinaus gibt es Online-Plattformen mit einer Vielfalt an Sportangeboten für zuhause, die sich gerade jetzt zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Neben der Finanzierung solcher Maßnahmen ist aber die Stimmung im Unternehmen genau so wichtig. Diese kann mit einer positiven Kommunikation zu lösungsorientierten Gesundheitsthemen sowie Maßnahmen, die auch im Homeoffice funktionieren, die richtigen Impulse erhalten.

Ein krisensicheres BGM greift auch dezentral im Homeoffice und erreicht damit auch alle Mitarbeiter, die nicht im Unternehmen präsent sind. Ein nachhaltige BGM-Konzept beginnt mit der Bedarfsermittlung und Sensibilisierung für das Thema Gesundheit. Es plant und organisiert die Umsetzung und Evaluation von gesundheitsförderlichen Maßnahmen.

Digitale Lösungen

Digitale Lösungen bieten sich beispielsweise für die Sensibilisierung und Evaluation an. Aber auch für die Umsetzung gibt es mittlerweile zahlreiche digitale Gesundheitskurse, Webinare und Onlinecoachings sowie auch Gesundheitsscreenings für zuhause.

Insbesondere dezentrale digitale Screening-Lösungen liefern objektive Ergebnisse und erleichtern so die Entscheidung für geeignete verhältnispräventive Maßnahmen. So kann ein „teleBGM“ auch in Krisenzeiten die passenden digitalen Maßnahmen entwickeln.

Zum Status quo des BGM im #homeoffice sowie zur #Digitalisierung im Homeoffice und den Herausforderungen, auch hinsichtlich einer veränderten digitalen Kultur, möchte ich Ihnen gern meinen bgm21-Podcast „Gesundheit managen im Betrieb“ empfehlen, den Sie auf der Wissensplattform kostenlos hören können: https://www.upspeak.de/de/beatenoeke

bgm21 – Podcast „Gesundheit managen im Betrieb„, Episode 1: Status quo und Potenziale des BGM im Homeoffice, Digitalisierung und Gesundheit im Homeoffice

Führung und Arbeitsorganisation

In der Krise sind Führungsqualitäten besonders wichtig, denn die Führungskraft ist die erste Bezugsperson für Mitarbeiter. Hier gilt es, zuzuhören, die Sorgen der Mitarbeiter aufzunehmen, die Ängste zu verstehen und individuelle Lösungen für den einzelnen zu finden. Orientierung zu geben und Hilfsbereitschaft zu zeigen sind das Gebot der Stunde.

Um die Arbeit anders zu organisieren müssen Tätigkeiten strukturiert und priorisiert werden. Vitale Unternehmensfunktionen müssen sichergestellt werden. Daher kann es notwendig sein, Teams aufzuteilen oder auch rotierend zwischen Arbeitsplatz und Homeoffice einzusetzen. Sind Tätigkeiten jedoch eingeschränkt, so kann dies durch die Kurzarbeit-Regelungen abgefedert werden.

Zusammenarbeit

Durch die Corona-Krise wird den virtuellen Arbeitsformaten nun ein höherer Stellenwert beigemessen. In vielen Unternehmen gibt es bereits eine grundlegende Infrastruktur hierfür, die schnell erweitert werden kann. Mit modernen Tools können Mitarbeiter auch virtuell zusammenarbeiten. Hierzu sollten allerdings spezielle Regeln und Methoden definiert werden, damit Workshops professionell gestaltet und durchgeführt werden können.

Gern zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten auf, die auf Ihr Unternehmen abgestimmte BGM-Maßnahmen mit sich bringen können. Überlassen Sie nichts dem Zufall und profitieren Sie schon bald von einer gesteigerten Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität.

Auch das psychische Wohlergehen ist für die Arbeit im Homeoffice ein Erfolgsfaktor, © Beate Noeke

Psyche

Gerade bei verstärkter sozialer Isolation im Kontext der COVID-19-Pandemie ist es besonders wichtig, bei der virtuellen Team- und Telearbeit auf Folgendes zu achten:

• Angemessene technische Informations- und Kommunikationsmedien sowie verständlicher technischer Support sind eine Grundvoraussetzung für beständige
Kommunikation innerhalb von virtuell (im Homeoffice) arbeitenden Teams.

• Soziale Unterstützung und regelmäßige Kommunikation im Team über möglichst angereicherte Medien (Telefon, Videotelefon anstatt via E-Mail) sind Ressourcen der im
Homeoffice Beschäftigten. Mehrere Studien bestätigen, dass soziale Interaktionen im Arbeitskontext einen positiven Effekt auf das Stressempfinden und das Wohlbefinden haben. Es gibt Hinweise darauf, dass mit zunehmendem Arbeitszeitanteil im Homeoffice die Beziehungsqualität zwischen Kolleg*innen und somit auch die Arbeitsatmosphäre negativ beeinflusst werden kann.

Gesunde Kommunikation in virtuellen Teams

Für eine gesundheitsförderliche Kommunikation im virtuellen Team gibt es folgende Tipps:

• regelmäßige elektronisch gestützte Kommunikation, z. B. durch virtuelle Teamsitzungen
• Förderung der bestehenden kollegialen Netzwerke und Ermutigung zur Interaktion zwischen den Teammitgliedern; das hält den stetigen Informationsfluss zwischen den im Homeoffice Beschäftigten aufrecht,
• Wissensaustausch beibehalten,
• Arbeitsbeziehungen pflegen,
• Teamgefühl erhalten
• Netzwerk und gegenseitiges Vertrauen aufrecht erhalten, • verbale Kommunikationswege (z.B. Videotelefonie,Telefon statt E-Mail) nutzen, um Empathie, Sicherheit und emotionale Verbundenheit zu vermitteln, die durch aktuelle Einschränkungen ggf. reduziert sind, • Kollegiale Unterstützung fördern (z. B. die Vergabe von gemeinsam zu bearbeitenden Aufgaben; Anregen der Teammitglieder zu gegenseitiger Unterstützung und Hilfe; Gewähren zeitlicher Ressourcen für kollegiale Hilfe),
• mit einer wertschätzenden, empathischen und offenen Kommunikation können Führungskräfte evtl. Missverständnissen vorbeugen und ein gutes Arbeitsklima auf Distanz ermöglichen.

Soziale und organisatorische Unterstützung

Um die gefühlte soziale Isolation zu reduzieren und das psychische Beanspruchungserleben der Beschäftigten positiv zu beeinflussen, sind soziale und
organisatorische Unterstützung seitens des Unternehmens relevant:

• Betriebliche Hilfestellung bei Problemen geben: Je nach Betriebsgröße und – struktur z. B. durch Ansprechpartner*in für Herausforderungen bzgl. virtueller Teamarbeit, betriebliche Sozialberatung, Employee-Assistance Programs, Rundschreiben, Psychologische und/ oder soziale Beratung zu arbeitsbezogenenThemen (z.B. soziale Isolation, Kurzarbeit, Jobunsicherheit, Arbeits-Familien-Konflikt, etc.), Kurse zur Stressbewältigung und Hilfe (z.B. Online-Programme) zur Unterstützung bei Depressionen, Ängsten, Burnout.

• Zeigen Sie Ihren Beschäftigten, dass Sie sich für deren Wohlbefinden interessieren und etwas dafür tun.

• Durchführung von virtuellen Teambuilding-Maßnahmen z.B. „virtuelle Kaffeepause“.

Ein wichtiger Unterstützungsfaktor für Beschäftigte ist die soziale Unterstützung durch die Führungskraft. Ein enger Kontakt zur Führungskraft, Informationsaustausch sowie
Feedback und Vertrauen spielen eine entscheidende Rolle.

Arbeitszeit und Arbeit im Homeoffice regeln

An dieser Stelle möchte ich Sie auch auf die gesetzlichen Regelungen für das Homeoffice aufmerksam machen, zu denen ich einen Blogbeitrag verfasst habe.

Und für alle, die jetzt ein Betriebliches Gesundheitsmanagement einführen möchten oder die bisherigen Angebote einmal überprüfen möchten, bieten wir ein Kurzanalyse-Paket an.

Das Beste aus der Zeit machen – mit Fortbildungen (online und in Präsenz)

Wenn Sie sich zuhause oder im Büro fortbilden möchten zu den Themen Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Datenschutz und IT-Sicherheit, Führung, Personal, Ausbildung und Recht, so möchte ich Ihnen unseren Partner, die AKADEMIE HERKERT, empfehlen. Hier finden Sie Seminare und Tagungen, on- und offline, für die Zeit während und nach Corona.

Ich hoffe, Sie finden hier einige Anregungen für eine gesunde Arbeit im Homeoffice. Gern können Sie mich auch hierzu kontaktieren.

Beste Grüße und Gesundheit / Take care and stay healthy

Beate Noeke

Erfahren Sie, wie wir Sie unterstützen können.

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Informationen zum neuartigen Coronavirus SARS CoV 2

Die Coronavirus-Epidemie hält die globale Wirtschaft in Atem. Die neu bestätigten Fälle ausserhalb Chinas steigen seit dem 21. Februar exponentiell. In China hat die Epidemie bereits Anfang Februar den oberen Wendepunkt überschritten. Seit dem 26. Februar übersteigt die Zahl der neuen Erkrankungsfälle außerhalb Chinas jene innerhalb der Volksrepublik.

 Covid-19 Corona - worauf Arbeitgeber achten müssen
Die Zahl der mit Covid-19 Infizierten in Deutschland steigt. Arbeitgeber müssen jetzt auf viele Dinge achten. Foto: © Beate Noeke

In Deutschland breitet sich das Virus SARS CoV2 weiter aus und viele Unternehmen sind unsicher, wie sie sich verhalten sollen. Nachfolgend finden Sie eine Linksammlung zu hilfreichen Institutionen sowie einige Hinweise.

Robert Koch Institut – FAQ und Risikobewertung

Bundesgesundheitsministerium – Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus

BMAS – Arbeitsrechtliche Auswirkungen

BMWI – Informationen zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – Hygienetipps und Merkblatt für Bildungseinrichtungen

Auswärtiges Amt – Information für Reisende/Dienstreise

Kassenärztliche Bundesvereinigung – Aktuelle Hinweise zum Coronavirus

Wie können Unternehmen Infektionsfälle vorbeugen?

Dienstreisen in gefährdete Regionen sollten abgesagt oder verschoben werden.

Unternehmen können ihre Mitarbeiter dazu auffordern mitzuteilen, ob sie innerhalb der letzten 14 Tage mit bereits infizierten oder unter Infektionsverdacht stehenden Personen Kontakt hatten oder ob sie in einem gefährdeten Gebiet waren. Zudem sollten Homeoffice-Möglichkeiten geprüft werden, damit der Betrieb im Falle eines Verdachts möglichst wenig eingeschränkt wird.

Müssen gesunde Beschäftigte freigestellt werden?

In Deutschland haben nicht erkrankte Arbeitnehmer keinen rechtlichen Anspruch auf eine Freistellung von der Arbeit.

Stellt ein Unternehmer einen Mitarbeiter frei, der keine nachgewiesene Infektion hat und weiter arbeiten will, so muss der Unternehmer diesen vergüten.

Konkrete Hilfe und Anweisungen bei Infektionsverdacht oder im Infektionsfall finden Sie in der oben aufgeführten Linkliste.

Insbesondere in der aktuellen Situation einer Pandemie ist eine gute Gesundheitskommunikation im Unternehmen ein unverzichtbarer Baustein innerhalb Ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Wie Sie den verantwortlichen Umgang mit der Gesundheit zielgruppenorientiert kommunizieren und die Beschäftigten zugleich dauerhaft für das Thema BGM begeistern, erfahren Sie in meiner Beratung. Nutzen Sie dabei alle Vorteile.

TK Report 2020: Mehr psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen waren im letzten Jahr der häufigste Grund für Fehlzeiten. Insgesamt gab es etwas weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten.

Durchschnittlich wurden Mitarbeiter an 15,37 Tagen krankgeschrieben (2018 waren es 15,49 Tage). Der durchschnittliche Krankenstand lag bei 4,21 Prozent (4,25 % im Vorjahr).

Noch vor den Rückenschmerzen und den Erkältungskrankheiten rangieren psychische Erkrankungen an erster Stelle, denn diese sind für rund 19 Prozent aller Fehlzeiten verantwortlich.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Vorabauswertung des Gesundheitsreports 2020 der Techniker Krankenkasse (TK), wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Haben Sie hohe Fehlzeiten? Wie hoch ist der Anteil der psychischen Erkrankungen? Und wie begegnen Sie dieser Situation?

Wenn Sie Ihre Kennzahlen hinsichtlich des Krankenstands genauer betrachten möchten und aus den Ergebnissen entsprechende Handlungsoptionen ableiten möchten, unterstütze ich Sie gern dabei.

Gratis Erstgespräch zur Orientierung vereinbaren

Aus dem Brexit lernen: Wie Sie wichtige Zukunftsentscheidungen für die Gesundheit im Unternehmen treffen

Der lange, steinige und sehr teuere Weg zum Brexit hat es gezeigt – ohne Planung steuert nun ein ganzes Land in eine ungewisse Zukunft. Nicht nur die formale Zugehörigkeit zur Europäischen Union ist damit beendet; der Brexit ist auch eine Frage des Mindsets.

Was Sie aus dem Brexit für Ihr Unternehmen lernen können.

Hier zeigt sich in der Politik, was auch generell gilt:

  • Ohne eine detaillierte Analyse der bestehenden Situation sowie zukünftiger Folgen der Entscheidung,
  • ohne Dialog mit allen Betroffenen und
  • ohne Einbeziehung wichtiger Trends (Demografie, Fachkräftemangel, New Work, Gesundheit)

lassen sich die gewünschten Erfolge nur schwer oder gar nicht erzielen. Doch wie kann die Zukunft besser gestaltet werden? Oder im betrieblichen Kontext formuliert: Wie kann ein Betriebliches Gesundheitsmanagement erfolgreich eingeführt werden?

Die Antwort liegt in einer systematischen Herangehensweise. Damit schaffen Sie Orientierung und Klarheit auf dem Weg zu wirksam mehr Gesundheit in Ihrem Unternehmen. Eine detaillierte Planung und Analyse im Vorfeld ist erforderlich, um möglichst schnell und ressourcensparend erste Erfolge zu erzielen.

Doch wie starten Sie am besten? Die wichtigsten Voraussetzungen für die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements finden Sie in diesem Artikel.

Rahmenbedingungen

Ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) basiert auf gesetzlichen Regelungen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), zum Arbeitsschutz sowie zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM).

Verantwortet wird das BGM von der Geschäftsführung. Meist gibt es einen konkreten „Schmerz“ als Auslöser für ein BGM-Projekt. So sind es häufig hohe Fehlzeiten, schlechtes Betriebsklima, nicht zufriedenstellende Arbeitsbedingungen oder engagierte Arbeitnehmervertreter, die bestehende Umstände verbessern wollen und Handlungsbedarf sehen. Ob und wann aus einem BGM-Projekt dann ein Prozess wird, hängt vom Arbeitgeber, den Führungskräften sowie der Interessenvertretung (Betriebs- bzw. Personalrat) ab.

Viel wirkungsvoller als einzelne, unkoordinierte BGM-Projekte ist jedoch eine strategische Herangehensweise und die Implementierung eines nachhaltigen BGM.

Einführung

Für die nachhaltige Implementierung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist vom Geschäftsführer ein BGM-Manager bzw. Projektleiter mit der Entwicklung und Koordination zu beauftragen. Dieser arbeitet u.a. mit Arbeitsmedizinern und Fachkräften für Arbeitssicherheit zusammen, um mithilfe des Arbeitsschutzes die Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Darüber hinaus gibt es viele weitere innerbetriebliche und externe Akteure, mit denen das BGM aufgebaut und optimiert wird. Dies geschieht in 6 Phasen:

Phase 1: Bedarf ermitteln, Projekt initiieren

Soll ein BGM eingeführt werden, so wird zunächst eine Arbeitsgruppe bzw. ein Arbeitskreis Gesundheit oder Steuerungskreis gebildet. Dieser dient als Koordinierungsstelle für das BGM; er steuert und überwacht das Projekt.

Üblicherweise sind folgende Personen im Arbeitskreis Gesundheit vertreten:

  • Unternehmensleitung/Vertretung,
  • Betriebs-/Personalrat,
  • Personalleitung,
  • Betriebsarzt,
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit,
  • ggf. externe Akteure eines BGM.

Die Berufung in den Arbeitskreis erfolgt nach Bedarf. In einem Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten bildet die Unternehmensleitung, der Personalverantwortliche und der Betriebsarzt den Arbeitskreis Gesundheit.

Bei größeren Unternehmen kommen zusätzlich die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Sicherheitsbeauftragte, ein Vertreter des Betriebsrates (falls vorhanden), ein Schwerbehindertenvertreter, die Abteilungsleiter oder auch eine Auswahl an Beschäftigten hinzu. Es können auch die Krankenkassen oder Unfallversicherungsträger mit in das Gremium einbezogen werden.

Die Aufgaben des Arbeitskreises sind:

  • Definition von Zielen und Maßnahmen, Setzen von Prioritäten
  • Entwicklung und Umsetzung einer Gesundheitsanalyse und Evaluationsstrategie,
  • Planung und Einführung von Methoden des Gesundheitsmanagements,
  • Steuerung und Koordinierung der Maßnahmen,
  • Bearbeitung und Umsetzung von Veränderungsvorschlägen,
  • Kommunikation des Umsetzungsstandes.

Für jedes BGM-Projekt sind daher mindestens drei Sitzungen des Arbeitskreises erforderlich:

  1. Zu Beginn:
    • Planung des Projektes, der einzelnen Schritte, Klärung der Aufgaben und Zuständigkeiten
  2. Nach den Analysen:
    • Festlegung und Planung der Interventionen
  3. Am Ende:
    • Bewertung des Projektes.

Zu Beginn werden von der Geschäftsführung und der Expertenrunde ein oder mehrere Ziele definiert, um den Erfolg und die Nachhaltigkeit der durchgeführten Maßnahmen bewerten zu können. Dies kann beispielsweise in einem Strategieworkshop erfolgen, indem u.a. auch Zielkennzahlen, und Wege zum Ziel definiert werden können. In einem Grobkonzept werden alle wichtigen Schritte sowie die Analyseinstrumente benannt. Dies wird in der ersten Sitzung des Arbeitskreises Gesundheit freigegeben.

Ein erfolgreiches BGM reagiert auf alle Veränderungen im Unternehmen.

Phase 2: Analyse

In der Analysephase werden:

  • Faktoren für Krankenstand, geringes Engagement etc. ermittelt
  • Ressourcen und Potenziale für die Gesundheitsförderung aufgezeigt (unter Beteiligung der Mitarbeiter).

Liegen keine Probleme vor, sondern nur der Wunsch nach Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Beschäftigten, wird sich die Analyse auch schwerpunktmäßig auf die Potenziale zur Verbesserung der Gesundheit konzentrieren und hier im besonderen Maße die Wünsche der Beschäftigten berücksichtigen.

Liegt hingegen ein hoher Krankenstand vor und sollen gleichzeitig Lösungsvorschläge zur Bewältigung der Herausforderungen durch den demografischen Wandel gefunden werden, müssen mehrere Analyseinstrumente (z. B. Mitarbeiterbefragung, Gesundheitsberichte der Krankenkassen) in Kombination verwendet werden.

Phase 3: Interventionsplanung

Nachdem die wesentlichen Faktoren für die Problemsituation (z. B. zu hoher Krankenstand) analysiert worden sind, werden passende Interventionen definiert, geplant und freigegeben, die evidenzbasiert sind (wirksame Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sind beispielsweise im IGA-Report Nr. 13 dokumentiert).

Phase 4: Maßnahmen

In dieser Phase wird die Maßnahmenplanung nun an die aktuelle Situation im Unternehmen angepasst hinsichtlich:

  • der Urlaubs- und Ferienzeiten (oder sonstige zu berücksichtigende Maßnahmen, wie Messen oder Events),
  • Arbeitszeiten (Schichtarbeit, Gleitzeit),
  • grundsätzliche Verfügbarkeit des Personals für Maßnahmen,
  • Durchführung innerhalb oder außerhalb der Arbeitszeit,
  • Durchführung im Unternehmen oder außerhalb des Unternehmens.

Phase 5: Evaluation

Evaluation kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden. Entscheidend ist dabei, welche Ziele mit der Evaluation verbunden werden. Sind für das Unternehmen nur die Akzeptanz und Bewertung der Maßnahme wichtig, können diese Daten bereits unmittelbar nach Beendigung erhoben werden. Sollen aber gesundheitliche Effekte gemessen werden, muss zuvor je nach Maßnahme geprüft werden, in welchen Zeitabständen welche Veränderungen überhaupt möglich sind.

Phase 6: Nachhaltigkeit

Diese Phase wird nur bei einer nachhaltigen Durchführung von BGM-Maßnahmen erreicht. BGM ist nun ein Teil der Unternehmenskultur und wird durch die kontinuierliche Verbesserung und Evalutaion gestaltet.

Wer sich wohlfühlt, ist gesünder

Wenn sich Mitarbeiter wohl fühlen bei der Arbeit, sind sie motiviert und haben eine gute Bindung an das Unternehmen. Doch welche Ressourcen stärken das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter? Und was können Unternehmen für die Gesundheit der Beschäftigten tun und wie können sie diese an das Unternehmen binden und der Erschöpfung vorbeugen? Antworten auf diese Fragen gibt das Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) im neuen Forschungsmonitor „Arbeitsbezogenes Wohlbefinden“.

Arbeitsbezogenes Wohlbefinden, © neues handeln AG

Ergebnisse der Forschung sind:

  • Je stärker das Wohlbefinden am Arbeitsplatz, umso stärker die Identifikation mit dem Unternehmen und umso zufriedener sind Mitarbeiter und beschäftigen sich weniger damit, das Unternehmen zu verlassen.
  • Vor allem ältere ArbeitnehmerInnen sind zufriedener.
  • Es lohnt sich, Ressourcen wie gute Führung, eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur sowie Fairness und Kollegialität zu fördern. Diese haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit und das Engagement der Mitarbeitenden.
  • Werden psychische Belastungen, wie z.B. Termindruck reduziert, ist es wahrscheinlicher, dass sich Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohler fühlen.

Die Publikation „Arbeitsbezogenes Wohlbefinden“ können Sie hier bestellen oder herunterladen.