Psyche im Lockdown: Was jetzt hilft

Die lange Zeit im Homeoffice ist für das Wohlbefinden und die seelische Gesundheit eine Herausforderung. Arbeitnehmende müssen monatelang zuhause bleiben und im Zuge der Digitalisierung auch im Homeoffice große Flexibilität und Offenheit für Neues zeigen. Was der Psyche im Lockdown schadet, was ihr gut tut und warum Hunde so beliebt sind, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Entspannung durch Hunde, bgm21
Hunde beruhigen die Psyche im Lockdown, bgm21

Fast ein Viertel der Erwerbstätigen in Deutschland (24 Prozent) hat Ende Januar 2021 vorwiegend oder ausschließlich im Homeoffice gearbeitet (Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung). Es zeichnet sich allmählich ab, dass der Anteil mobiler Arbeit, vor allem im Homeoffice, weiter zunehmen wird.

Im Blick behalten: Sorgen, Stress und weniger Zufriedenheit

Für viele Beschäftigte ist der Beruf nicht nur eine Einnahmequelle, sondern auch Selbstverwirklichung. Zudem steigt der Druck auf den Einzelnen durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit (oder die Angst davor). Es scheint nur wenig zu geben, das verlässlich ist. Tempo und viele gleichzeitig verfügbare, digitale Möglichkeiten können überfordern; gerade wenn im Homeoffice ein kollegiales „Wir“-Gefühl nicht so unmittelbar erlebt wird.

Zudem machen die permanente Erreichbarkeit und die fehlende Entgrenzung von der Arbeit vielen Beschäftigten im Homeoffice zu schaffen. Hinzu kommen mangelnder Arbeitsschutz sowie unzureichende Soft- und Hardware. Daher gilt es, die Arbeit auch unter erschwerten Bedingungen, Social Distancing und mehrfachen Belastungen (Homeschooling, Pflege) gut und gesund zu gestalten.

Homeoffice und Homeschooling, bgm21
Homeoffice und Homeschooling, bgm21

Schlüsselrolle der Führungskräfte

Zudem machen die permanente Erreichbarkeit und die fehlende Entgrenzung von der Arbeit vielen Beschäftigten im Homeoffice zu schaffen. Hinzu kommen mangelnder Arbeitsschutz sowie unzureichende Soft- und Hardware. Daher gilt es, die Arbeit auch unter erschwerten Bedingungen, Social Distancing und mehrfachen Belastungen (Homeschooling, Pflege) gut und gesund zu gestalten.

Dabei spielt auch das Verhalten der Führungskräfte eine große Rolle. Gerade in virtuellen Meetings ist es für sie schwierig, den Teamgeist und eine individuelle Beziehung zu den Teammitgliedern aufrecht zu erhalten. Auch die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und die Stärkung der Verbundenheit zwischen Kollegen und der Organisation, ist bei physischer Distanz nicht einfach. Und auch grundlegende Aufgaben wie Performance Management und Zielsetzung sind vage und fragil, da sich die wirtschaftlichen Verhältnisse kurzfristig verändern können.

So leiden auch Führungskräfte selbst an den Folgen stressbedingter Erschöpfung. Das kann wiederum zu einem nachlassenden Engagement der Führungskraft führen. In Folge hat dies auch negative Auswirkungen auf die Mitarbeiter und spiegelt sich in einem Rückgang des Mitarbeiterengagements wieder.

Führungskräfte beeinflussen Engagement

In jedem Fall wirkt sich das Engagement einer Führungskraft wesentlich auf das Engagement des Teams aus: Ist eine Führungskraft engagiert, fällt es ihr leichter, Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen sowie an die Unternehmensführung zu binden.

Führungskräfte können Ihre Mitarbeiter unterstützen, indem sie aktiv zuhören, empathisch und fürsorglich sind, konstantes Feedback geben und die Mitteilungen aus der Führungsebene kommunizieren. Wird der Führungsstil so angepasst, dass er den Bedürfnissen der Mitarbeiter und den Erfordernissen der Pandemie gerecht wird, beeinflusst dies sehr stark das Mitarbeiterengagement.

Führungskräfte auf C-Level können Stärke und Sicherheit demonstrieren durch Selbstbewusstsein und Klarheit sowie eine Betonung der Werte und Visionen des Unternehmens. Dies beruhigt Mitarbeiter, denn Unvorhersehbarkeit und Unsicherheit erhöhen den Stresslevel am Arbeitsplatz. Hier hilft eine klare Kommunikation und eine entsprechenden Strategie. Es ist also wichtig, Unsicherheiten gegenüber neuen Entwicklungen zu minimieren und für die Mitarbeiter erreichbar zu bleiben.

Nach mittlerweile über einem Jahr im Ausnahmezustand gilt es jetzt, sich auf die Learnings aus der Pandemiezeit zu fokussieren. Es sollte sichergestellt werden, dass Führungskräfte über die richtigen Tools, Programme, Coachings, Kompetenzen und Unterstützung verfügen. Nur so kann das Mitarbeiterengagement wieder gesteigert werden. Daher lohnt es sich, Strukturen und Prozesse auf deren Unterstützungs- und Motivationspotential hin zu überprüfen.

Letztendlich muss aber jeder Einzelne auch auf sich selbst und das eigene Wohlbefinden, die physische und mentale Gesundheit achten. Auch dankbar für das Erreichte zu sein, ist hilfreich, schafft Bewusstsein und engagiert auf Neue.

Mögliche Folgen psychischer Belastungen im Homeoffice

Diese psychischen Belastungen können zu vielfältigen körperlichen Beschwerden führen, wie z.B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Rückenschmerzen. Bei schlechter Kommunikation, Informationslücken, Unkonzentriertheit oder Übermüdung kann vermehrter Stress häufiger zu Arbeitsunfällen führen. Hinzu kommen Essstörungen, Schlafstörungen, Magenbeschwerden und Nervosität sowie erhöhter Blutdruck, Herzrasen und Schwitzen.

Kognitiv kann es zu Problemen bei der Konzentration und Motivation kommen. Es kann schwieriger werden, die eigene Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen und die Unbekümmertheit kann abnehmen. Auch der Sinn der eigenen Arbeit wird häufiger angezweifelt.

Psychische Belastungen im Homeoffice, bgm21

All dies führt emotional zu innerer Unruhe und dem Gefühl, unter Druck zu stehen. Unlust und Reizbarkeit können selbst bei Kleinigkeiten auftreten.

Hinzu kommt oftmals der Wegfall notwendiger Pausen, ein verändertes Essverhalten und weniger Ausgleichssport. Und auch der vermehrte Konsum von Alkohol, Zigaretten, Medikamenten oder Drogen wirkt sich negativ aus.

„Gegenmittel“ bei psychischen Belastungen im Homeoffice

Gerade in Krisenzeiten ist es umso wichtiger, die psychischen Belastungen der Mitarbeiter bei der präventiven Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen und in die Gefährdungsbeurteilung zu integrieren.

Die psychischen Belastungen durch veränderte Arbeitsorte und -zeiten oder Arbeitsabläufe in der Corona-Pandemie werden in verschiedenen Bereichen erfasst und bewertet. Im Anschluss werden Maßnahmen zur Verbesserung umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit hin geprüft. Folgende Bereiche werden beurteilt:

  • die Arbeitsinhalte, Arbeitsaufgaben (Handlungsspielräume, Informationsangebote, Qualifikationen, emotionale Inanspruchnahme),
  • die Arbeitsorganisation (Arbeitszeit, Arbeitsablauf, Kommunikation),
  • soziale Beziehungen (Kollegen / Kolleginnen, Vorgesetzte),
  • Arbeitsumgebung (Arbeitsmittel).

Neben gesunder Führung, guter und transparenter Kommunikation und Beteiligung wirken sich ein angenehmes Betriebsklima, eine konstruktive Fehlerkultur sowie ein Fokus auf das geistige und körperliche Wohlbefinden positiv auf die Gesundheit aus.

Wertschätzung, die Wichtigkeit der zu erledigenden Aufgaben und die Sicherheit des Arbeitsplatzes sind weitere wichtige Punkte, die Führungskräfte regelmäßig kommunizieren sollten.

Am „Puls“ der Mitarbeiter bleiben

Auch im Homeoffice ist der Arbeitgeber zum Arbeitsschutz verpflichtet (§3 ArbSchG) und muss seine Aufsichts‐, Kontroll‐ und Schutzpflichten wahrnehmen. Das gilt generell im betrieblichen Arbeitsschutz und besonders bei der Planung und Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen. Die psychische Gefährdungsbeurteilung kann in bestehende Prozesse integriert werden.

Bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung steht die Beurteilung und Gestaltung der Arbeit in Bezug auf die psychische Belastung im Vordergrund. Hier geht es nicht um die Beurteilung der psychischen Verfassung oder Gesundheit der Beschäftigten.

Wohlfühl-Booster für daheim

Neben ausreichend Bewegung, guter Ernährung und sozialem Austausch tragen auch Haustiere zum Wohlbefinden bei. So haben Hunde beispielsweise viele positive Auswirkungen auf den Menschen und tragen auf ihre Weise zum Schutz vor Burnout bei. Allein durch das Zusammensein mit ihnen werden Engagement, Motivation. Loyalität, Kreativität und allgemeines Wohlbefinden gesteigert.

Hunde im Homeoffice, bgm21

Wissenschaftler haben festgestellt, dass allein schon durch den Blickkontakt eines Hundes mit seinem Menschen mehr Oxytocin freigesetzt wird. Dieses Hormon wirkt beruhigend und baut Stress ab. Ein weiteres Forschungsergebnis zeigt, dass Hunde gerade bei alleinlebenden Menschen eine positive Wirkung auf die Gesundheit des Herzens haben. Allein die Anwesenheit eines ruhigen, entspannten Tieres senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz .

Zudem wurde nachgewiesen, dass der Familienhund durch seine Präsenz Hirnareale deaktiviert, die für emotionalen Stress zuständig sind. So wirkt der Kontakt mit dem Vierbeiner wie ein „Reset“ des Körpers, psychisch und physisch.

So wundert es nicht, dass sich der Bundesverband Bürohund e.V. für mehr Hunde im Büro zum Wohle von Menschen, Unternehmen und Hunden einsetzt.

Zudem hat die positive Wirkung auf Körper und Seele in der Pandemie zu einem deutschlandweiten Welpen-Boom geführt hat. Hundezüchter und Tierheime führen dies zum einen auf die Kurzarbeit und die damit gewonnene Zeit zurück; zum anderen sind Beschäftigte im Homeoffice flexibler und können sich besser um den Vierbeiner kümmern. Hunde freuen sich über die neue Dauerpräsenz, Ansprache, Schmusen und Streicheln. Das löst auch hier Ängste und beruhigt.

Call to action

Finden Sie mithilfe der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen die “Schwachstellen” und Risiken, die zu Fehlzeiten und geringem Engagement führen. Setzen Sie adäquate Maßnahmen um und überprüfen Sie diese auf ihre Wirksamkeit. Damit steigern Sie auch das Engagement in Ihrem Unternehmen.

Buchverlosung

Wenn auch Sie die beruhigende Art Ihres Hundes im Homeoffice schätzen und gerne lesen, können Sie das Buch „Schlafende Hunde“ von Anja Rützel gewinnen. In diesem humorvoll und geistreich geschriebenen Buch erfahren Sie viel Amüsantes über berühmte Menschen und ihre Hunde. Es sind zehn Liebesgeschichten, illustriert von der Autorin und herausgegeben vom Verlag Kiepenheuer & Witsch.

bgm21 verlost ein Buchexemplar. Teilnehmen an der Verlosung können ausschließlich bgm21 Newsletter-Abonnenten (mit Wohnsitz in Deutschland). Senden Sie mir hierzu einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Hund“ sowie Ihrer postalischen Anschrift.

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Das Buch wird unter allen Einsendungen, die bis zum 31. März 2021 eingehen, verlost. Die Gewinnerin / der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt und erhält das Buch Anfang April per Post zugeschickt.

Viel Freude beim Lesen und eine gute Zeit im Homeoffice wünscht Ihnen,

Ihre Beate Noeke